Work Awesome 2018 – was wir für die Zukunft der Arbeit bei in a nutshell gelernt haben

Die interessantesten Projekte kommen oft überraschend. So ging es uns bei unserer Kooperation mit Work Awesome. Lars Gaede und Felix Zeltner haben ein geniales Konzept entwickelt: Events, auf denen sich Gründer, Experten, Forscher und Executives über Trends und Entwicklungen zur Zukunft der Arbeit austauschen. Als Sponsor und Medienpartner durften wir sie bei der diesjährigen Work Awesome Konferenz am 29.11. in der edlen Villa Elisabeth in Berlin kommunikativ unterstützen. Im doppelten Sinne mit Erfolg: Zunächst ganz handwerklich, denn der Hashtag #WorkAwesome war am Konferenztag deutschlandweit der meistgenutzte. Und insgesamt kratzte der Twitter-Buzz rund um die Veranstaltung an der Grenze von einer Million Impressions. Außerdem nahmen wir selbst eine ganze Menge gedanklicher Impressionen mit, was nun wirklich Zukunft der Arbeit heißt.

Los ging es mit dem charismatischen, witzigen Raphael Giegeln von Vitra, der Teams im Unternehmen mit Wohngemeinschaften vergleicht. Daher stellt er ihnen eigene Spaces im Office zur Verfügung, die sie selbst nach ihrem Geschmack gestalten dürfen. Denn: „Interior Design ist nicht nur Kakaopulver, Milch und fertig“, sagte Giegeln, der als Trendscout bei Vitra beschäftigt ist. Dazu passt  einer der Lieblingssätze von Work Awesome-Organisator Lars Gaede: „If you mess with space, you mess with people.“ Was heißt das für uns bei in a nutshell: dass wir noch mehr auf das Wo beim Arbeiten achten sollten. Einen neuen Konferenz- und Co-Working-Bereich schaffen wir gerade bereits. Die Idee der Wohngemeinschaft werden wir künftig aber auf jeden Fall noch etwas bewusster im Hinterkopf behalten. Und – Achtung, Insider – das heißt nicht nur, immer neue Topfpflanzen ins Büro zu schleppen. 😉  

Wo wir schon bei Pflanzen sind – Holger Wolff von MaibornWolff betrachtet sein nach außen hin bodenständig wirkendes IT- Unternehmen als „Biotop, in dem jede Pflanze unterschiedlich wachsen kann“. Wer sich in eine andere Richtung entwickeln mag, dem stehen alle Möglichkeiten offen. „Denn wir lassen Wechsel zwischen unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens nicht nur zu, sondern begrüßen sie“, so Wolff.

Flexibilität ist das Stichwort

Erik Podzuweit sieht in dieser mangelnden Flexibilität in Unternehmen ein echtes Problem: Wer aktuell keine Aufstiegsmöglichkeiten hat und zugleich keine Chance, sich auf anderer Ebene weiterzuentwickeln, einen Side-Step zu machen, der werde zum „Pfropf“, so der CEO des digitalen Vermögensverwalters Scalable Capital. Die Situation wird umso schwieriger, je mehr Pfropfen ein Unternehmen verstopfen: Wenn auf der Ebene darüber auch jemand sitzt, dem Alternativen nach oben oder andere Bereiche fehlen, dann bremst das seine Karriere und die des Pfropfen darunter.  In der Folge versucht jeder Mitarbeiter so lange auf seiner Position sitzen zu bleiben, bis endlich doch der Platz über ihm frei wird.

Rollenwechsel schön und gut, oft mangelt es Mitarbeitern aber auch in ihrer aktuellen Position an der Freiheit, sich zu entfalten und kreativ zu sein. So zumindest die These von Lena Kuschke, Head of Content bei der digitalen Lernplattform von Masterplan. Umso mehr lohne es sich, auf die informellen Momente zu achten und diese zu fördern, die oft mehr „Freiheit und Kreativität zulassen, als man eigentlich erwarten würde“. Bei manchen ist es das Gespräch an der Kaffeemaschine oder – wie bei uns bei in a nutshell – ein kurzes Standup. Die 15 Minuten in der Früh, in der jeder einfach mal „frei von der Leber weg“ über seine Arbeit berichten darf, haben sich von Beginn als Kreativitäts- und Ideen-Schmiede erwiesen.

Sailing and Mailing – Vast Forward macht’s vor

Solche informellen Momente lassen sich auch bei den Web-Entwicklern von Vast Forward umsetzen, erzählen deren CEOs Maren und Matthias Wagener. Die beiden sind das Paradebeispiel schlechthin für „Work Awesome“. Sie tingeln mit ihrem Segelschiff durch die Welt und managen von dort 30 Angestellte. Ihre Kommunikation läuft über den ständigen Skype-Chat, persönliche Telefonate mit ihren Mitarbeitern, die überall in Europa verstreut sind und remote arbeiten.

Die Zukunft der Arbeit hört sich gut an! Wäre da nicht das mittlerweile so häufig benutzte wie auch vielerorts gefürchtete Wort der Digitalisierung. Warum wir uns alle damit so schwertun? Dieter Kempf, Präsident vom Bundesverband der Deutschen Industrie, hat eine logische Antwort: „Wir können linear ganz gut, exponentiell gar nicht.“ Was er damit meint: Die Geschwindigkeit, mit der die Digitalisierung unser Leben und vor allem das Arbeitsleben verändert, nimmt  exponentiell zu – so sehr, dass es an die Grenzen menschlicher Aufnahmefähigkeit und Vorstellungskraft geht. Alexander Birken, CEO der Otto Group, geht noch weiter: „Die Digitalisierung mit der Industrialisierung zu vergleichen, ist hanebüchen! Während die Industrialisierung nur wenige Länder über einen kurzen Zeitraum beschäftigte, verändert die Digitalisierung wie ein Lauffeuer den ganzen Globus.“

Mitarbeiter sind das beste Investment

Muss uns das Angst machen? Werden uns bald Roboter und Algorithmen unseren Job kosten? Jein. Wer konsequent in die eigene Weiterbildung und die seiner Mitarbeiter investiert, hat beste Chancen, zu den Digitalisierungs-Gewinnern zu gehören. Soweit allerdings sind sehr viele Firmen noch lange nicht, wie Udo Bohdal-Spiegelhoff, Change Management-Experte von Deloitte, in einer Studie dargestellte: Im Schnitt sind es nämlich nur zwei Arbeitstage pro Jahr, die Unternehmen pro Kopf in die digitalen Fertigkeiten und Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter investierten.

Was aber können Manager und Führungskräfte tun, um die Zukunft der Arbeit für ihre Mitarbeiter und sich selbst „awesome“ zu machen? Merete Beckmann, Learning Development Manager bei Google, hat hierzu eine klare Meinung: „Ein guter Manager ist in erster Linie ein Coach, schafft Netzwerke, hört zu und reißt Silos ein.“

Große Verantwortung, die Manager hier zu tragen haben, finden wir. Uns hilft hier eine andere These von Matthias Wagener: „Es geht für Manager nicht darum, immer verfügbar zu sein, aber erreichbar.“ Zumindest diese Anforderung meinen wir (wer uns kennt) bei nutshell erfüllen zu können – an allen anderen Themen arbeiten wir.

Bis zum nächsten Mal #WorkAwesome, wir kommen wieder!