Den LinkedIn-Algorithmus zu durchschauen, wirkt oft wie eine digitale Herkulesaufgabe. Unsere datenbasierte Analyse bringt Ordnung ins Dunkel und zeigt, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten sich deine Posts am meisten lohnen.
Das Wichtigste in Kürze: Der LinkedIn-Algorithmus mag sich zwar anfühlen wie der Goldene Schnatz – schwer zu greifen, außer von Harry Potter natürlich. Unbezwingbar ist er aber keineswegs. Unsere datenbasierte Analyse bringt Licht ins Dunkel: Während Mittwoch und Donnerstag bei der Reichweite die Nase vorn haben, überrascht der Sonntag mit exzellenten Interaktionsraten. Zeitlich gesehen sind der frühe Nachmittag (13 bis 15 Uhr) für maximale Reichweite und der Feierabend (17 bis 19 Uhr) für die meisten Interaktionen am besten geeignet. Doch Vorsicht vor Pauschallösungen! Die eine perfekte Zeit existiert nicht im Vakuum, sondern hängt maßgeblich von der individuellen Zielgruppe ab. Ein genauer Blick auf die Daten zeigt, warum ausgerechnet das Wochenende deine geheime Wunderwaffe sein könnte, wie du den Algorithmus nicht gegen sich aufbringst und warum weniger oft mehr ist.
Inhaltsverzeichnis
LinkedIn-Algorithmus: Eine Analyse
Unsere Analyse-Methode: Datenvergleich mit dem Z-Score
Welcher ist der beste Tag zum Posten?
Wann ist die beste Zeit für LinkedIn-Posts?
Kann ich Beiträge auf LinkedIn vorplanen?
Wie oft sollte man auf LinkedIn posten?
Fazit: Die beste Zeit für LinkedIn-Posts
LinkedIn-Algorithmus: Eine Analyse
Unternehmen wie LinkedIn machen ein großes Geheimnis um die Funktionsweise ihres Algorithmus. Die gute Nachricht: Diesen immer besser zu verstehen, ist jedoch keine Wissenschaft. Mit praktischer Erfahrung lässt sich das Mysterium schrittweise entschlüsseln. Und das, obwohl LinkedIn und Co ihre Kriterien für die Rankings ständig verändern und weiterentwickeln. Bei IAN verfügen wir durch die jahrelange Betreuung zahlreicher LinkedIn-Channels mit tausenden von Post genau über diese Erfahrung.
Unsere neueste Timing-Analyse bezieht sich auf den Zeitraum von Januar bis Juni 2026. Wir haben die LinkedIn-Posts verschiedener Unternehmenskonten untersucht. Dabei haben wir uns auf Impressions und die Interaktionsrate (Interaktionen pro Impression) fokussiert – mit zwei zentralen Fragen: An welchen Tagen lohnen sich LinkedIn-Posts am meisten? Wann ist die beste Uhrzeit, um einen Post auf LinkedIn zu veröffentlichen?
Unsere Analyse-Methode: Datenvergleich mit dem Z-Score
Um die Social Media-Aktivitäten unserer Kunden bestmöglich miteinander zu vergleichen, haben wir zunächst relevante Daten wie Veröffentlichungszeitpunkt, Wochentag, Reichweite und Interaktionsrate der einzelnen Posts gesammelt.
Um die Daten auch zwischen unterschiedlichen Kunden vergleichen zu können, nutzten wir zur Berechnung den Z-Score. Der gibt die Abweichung eines Werts vom Durchschnitt (Mittelwert) an, gemessen in Standardabweichungen. Ein positiver Z-Score zeigt, dass der Wert über dem Durchschnitt liegt, bei negativem Z-Score liegt er darunter. Unsere Kunden haben oft sehr unterschiedliche Voraussetzungen: Manche posten häufiger als andere und auch die Größe ihrer Zielgruppen variiert stark. Durch den Z-Score erkennen wir dennoch Tendenzen, welche Uhrzeiten und Wochentage besonders erfolgreich sind.
Mit dieser Methode lassen sich datenbasierte Empfehlungen ableiten, die individuell auf die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt werden können.
Welcher ist der beste Tag zum Posten?
LinkedIn ist mit über 1,2 Milliarden User:innen die weltgrößte Business-Plattform. Auf LinkedIn findet vorrangig B2B-Kommunikation statt. Es erscheint nur logisch, dass sich Posts aufgrund der geringeren User-Aktivität am Wochenende kaum lohnen, richtig? So klar ist es allerdings nicht. Schauen wir uns das doch einmal genauer an!
Z-Scores der Reichweite aller untersuchten Kanäle (nach Wochentagen)
Unsere Timing-Analyse zeigt, dass die höchste Reichweite am Mittwoch erzielt wird – dicht gefolgt vom Donnerstag. Bei der Interaktionsrate punkten der Sonntag und Dienstag mit dem besten Z-Score aller Wochentage. Warum liegt Sonntag so weit vorne? Zwar nutzen weniger User:innen am Wochenende LinkedIn, doch es werden auch weniger Posts veröffentlicht, die Konkurrenz ist also bedeutend kleiner. Nutze diese Chance. Je weniger Posts aktive User:innen am Wochenende in deinem Feed haben, desto höher ist der Anteil an Beiträgen, mit denen sie interagieren.

Z-Scores der Interaktionsrate aller untersuchten Kanäle (nach Wochentagen)
Algorithmus entschlüsselt, Schnatz gefangen? Das wäre zu einfach. Posts am Wochenende sind weder Erfolgsgarant noch verschwendete Liebesmühe. Eine Chance solltest du dem Wochenende auf jeden Fall geben. Einige der von uns analysierten Accounts wiesen am Samstag den niedrigsten Z-Score auf, während der Sonntag bei vereinzelten Accounts wiederum der zweitstärkste Tag der Woche war.

Z-Score der Reichweite nach Wochentagen (anonymisierter nutshell-Kunde)
Allgemeingültige Dos und Don'ts sind also fehlleitend. Es gibt eben keine „One-Size-Fits-All“-Lösung für den besten Post-Tag. Die Antwort, welcher Tag der „richtige“ für einen LinkedIn-Post ist, lautet: Um das für deinen Kanal herauszufinden, empfehlen wir eine individuelle Analyse.
Denn: Jeder Kanal hat andere Follower:innen und Zielgruppen. Der Algorithmus passt sich dem Verhalten dieser Nutzer:innen an. Bei der Analyse aller Kanäle auf LinkedIn gäbe es zwangsläufig einen Gewinner-Tag mit der durchschnittlich höchsten Reichweite. Von Kanal zu Kanal gäbe es aufgrund der unterschiedlichen Zielgruppen dennoch teils erhebliche Unterschiede.
Wenn du Hilfe bei einer maßgeschneiderten Analyse benötigst, nimm gerne Kontakt zu uns auf.
Wann ist die beste Zeit für LinkedIn-Posts?
Unsere Analyse befasst sich mit den Wochentagen. Nun hat jeder Tag bekanntlich 24 Stunden und jeder dieser Stunden 60 Minuten. Und jede dieser Minuten … So eine Woche bietet dir 604.800 Sekunden, in denen du auf “Posten” klicken könntest. Stell dir vor, ein Bombenentschärfer hätte nicht einen blauen und einen roten Draht, sondern 604.800 verschiedene Drähte.
Eines ist klar: Egal ist der Zeitpunkt eines Posts nicht. Laut dem LinkedIn-Experten Richard van der Blom sind die ersten 90 Minuten nach Veröffentlichung eines Posts entscheidend für die Reichweite. Je mehr User:innen innerhalb dieses Zeitraums interagieren, desto mehr Views erreicht der Post. Auch Interaktionen innerhalb der ersten 24 Stunden haben noch einen positiven Einfluss auf die Reichweite, jedoch keinen so starken mehr. Entscheidend für den Erfolg deines Posts ist also unter anderem die Uhrzeit. Und wann ist das nun genau? Unsere Analyse liefert spannende Ergebnisse:
- Die besten Ergebnisse erzielten die Beiträge am (frühen) Nachmittag, insbesondere zwischen 13 und 15 Uhr. Während die Beiträge zu dieser Zeit die stärkste Reichweite generierten, wurden die meisten Interaktionen zwischen 17 und 19 Uhr verzeichnet.
- Beiträge, die zwischen 7 und 9 Uhr früh am Morgen veröffentlicht wurden, erzielten die geringste Reichweite und Interaktionsrate. Vermutlich wurden zu diesem Zeitpunkt die meisten Beiträge veröffentlicht, wodurch die Konkurrenz im Feed deutlich stieg.

Z-Scores der Reichweite (nach Zeitfenstern)

Z-Scores der Interaktionsraten (nach Zeitfenstern)
An dieser Stelle möchten wir erneut vor Schwarz-Weiß-Denken warnen, denn auch hier handelt es sich um Durchschnittswerte von Kanälen mit verschiedenen Zielgruppen – und nicht jede Zielgruppe folgt denselben Mustern.
Eine individuelle Analyse lohnt sich, denn Timing ist relativ und immer abhängig von deiner Zielgruppe. Wir glauben nicht an die perfekte Uhrzeit für LinkedIn-Posts. Morgens ist nicht immer gleich morgens. Ein europäischer Konzern sollte nicht zwangsläufig um 8 Uhr auf LinkedIn posten, wenn seine Kernzielgruppe in den USA noch schläft.
Unternehmensseiten können ihre organischen Posts auch zielgruppenspezifisch anpassen. So kannst du Posts gezielt an Follower:innen mit bestimmten Attributen (wie Sprache, Region, Tätigkeitsbereich, Branche oder Karrierestufe) ausspielen. Beachte: Posts mit organischem Targeting werden zwar nur an die gewünschte Followerschaft ausgespielt, in deinem Kanal-Feed tauchen dennoch alle Posts auf.
Organisches Targeting auf LinkedIn: So funktioniert’s
- Navigiere zur Ansicht für Content-Admins
- Starte dein Post-Setup via “Beitrag erstellen”
- Wähle im Dropdownmenü unter deinem Accountnamen “Zielgruppe” anstatt “Alle”
- Wähle deine Zielgruppe nach Belieben aus
- Speichern
Kann ich Beiträge auf LinkedIn vorplanen?
Du grübelst nach diesem kleinen Exkurs in die Zeitmessung noch immer über mögliche LinkedIn-Posts am Wochenende? Wie sollst du Wochenend-Posts in deinen Arbeitsalltag integrieren?
Das Vorplanen von Beiträgen schafft Abhilfe. LinkedIn selbst bietet eine Plan-Funktion an. Bereite dafür wie gewohnt einen Beitrag vor, klicke statt auf „Posten“ auf das Uhren-Symbol links daneben und lege den Veröffentlichungszeitpunkt fest.
Wie oft sollte man auf LinkedIn posten?
Das Credo “Viel hilft viel” ist glücklicherweise aus dem Social-Media-Kosmos verbannt. Zu viele Posts versalzen die Reichweite – oder so ähnlich. Aber wie viel ist viel? Und wie viel ist zu viel?
Für die Plattform LinkedIn gilt die Faustregel: nicht mehr als zwei Posts pro Tag, besser nur einen. Der LinkedIn-Algorithmus verteilt die Reichweite auf deine Beiträge. Der dritte Post des Tages beschneidet aller Voraussicht nach bereits die Reichweite deines ersten Updates an diesem Tag. Je mehr Beiträge du veröffentlichst, desto “geiziger” wird LinkedIn mit der Gesamtreichweite. Regelmäßig zu veröffentlichen ist wichtiger als eine hohe Posting-Frequenz. Daher empfehlen wir, einen kontinuierlichen Rhythmus zu finden und konsequent zu bleiben, wobei die Zielgruppe im Mittelpunkt der Entscheidung stehen sollte.
Fazit: Die beste Zeit für LinkedIn-Posts
Der Goldene LinkedIn-Schnatz bleibt schwer greifbar, mit einem Nimbus 2000 hast du aber schon bessere Chancen. Immer noch keine Ahnung von Harry Potter? Der Nimbus 2000 ist unsere Timing-Analyse. Unser Fazit: Die allgemeingültige perfekte Zeit für LinkedIn-Posts gibt es nicht. Unsere Analyse zeigt dennoch wichtige Faktoren auf, die dir dabei helfen, deinen Posts die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sie verdienen:
- Führe eine individuelle Kanal-Analyse durch. Gerne helfen wir dir dabei (Mail an nadine.nicolas@nutshell.de). Zielgruppen sind verschieden und der Algorithmus passt sich dem Verhalten der Nutzer:innen an. Der vielversprechendste Tag für deinen LinkedIn-Account kann auch der Sonntag sein.
- Gib dem Wochenende eine Chance. Trotz des hohen Anteils an B2B-Kommunikation verkehren auf LinkedIn auch am Wochenende genügend aktive Nutzer:innen. Durch den vergleichsweise geringen Output von Unternehmensseiten haben diese Nutzer:innen aber weniger Posts in ihrem Feed. Probiere es aus.
- Die beste Zeit für LinkedIn-Postings ist – unter Vorbehalt – am (frühen) Nachmittag, zwischen 13:00 und 15:00 Uhr. Auch hier lohnt sich aber eine individuelle Analyse, denn die ersten 90 Minuten nach Veröffentlichung sind entscheidend für die Reichweite.
- Überdrehe dich nicht: Zwei Posts pro Tag sind das Maximum. Der dritte Post beschneidet bereits die Reichweite des ersten. Wir empfehlen einen Post pro Tag.
- Nutze die Plan-Funktion von LinkedIn, um Inhalte gezielter zu platzieren. So kannst du auch ganz entspannt Posts für das Wochenende vorplanen.

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Unsere Head of Digital Marketing, Nadine Nicolas, freut sich über deine Mail. Du möchtest uns erstmal kennenlernen? Auch eine unverbindliche Erstberatung ist jederzeit möglich.

