Social Media und die Jagd nach Sweet Spots – eine digitale Odyssee. Der Algorithmus gleicht dabei etwa dem Goldenen Schnatz, der scheinbar nicht zu greifen ist – außer von Harry Potter natürlich. Doch das macht nichts. Denn wir haben analysiert, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit sich LinkedIn-Posts am meisten lohnen.

Inhaltsverzeichnis

LinkedIn-Algorithmus: Eine Analyse
Datenanalyse leicht gemacht: Unsere Analyse mit dem Z-Score
Welcher ist der beste Tag zum Posten?
Wann ist die beste Zeit für LinkedIn-Posts?
Kann ich Beiträge auf LinkedIn vorplanen?
Wie oft sollte man auf LinkedIn posten?
Fazit: Die beste Zeit für LinkedIn-Posts

LinkedIn-Algorithmus: Eine Analyse

Unternehmen wie LinkedIn machen ein großes Geheimnis um die Funktionsweise ihres Algorithmus. Die gute Nachricht: Diesen immer besser zu verstehen, ist jedoch keine Wissenschaft. Mit praktischer Erfahrung lässt sich das Mysterium schrittweise entschlüsseln. Und das, obwohl LinkedIn und Co ihre Kriterien für die Rankings ständig verändern und weiterentwickeln. Bei IAN verfügen wir durch die jahrelange Betreuung zahlreicher LinkedIn-Channels mit tausenden von Post genau über diese Erfahrung.

Unsere neueste Timing-Analyse bezieht sich auf den Zeitraum von August 2023 bis August 2024. Wir haben die LinkedIn-Posts verschiedener Unternehmenskonten untersucht. Dabei haben wir uns auf Impressions und die Interaktionsrate (Interaktionen pro Impression) fokussiert – mit zwei zentralen Fragen: An welchen Tagen lohnen sich LinkedIn-Posts am meisten? Wann ist die beste Uhrzeit, um einen Post auf LinkedIn zu veröffentlichen?

Unsere Analyse-Methode: Datenvergleich mit dem Z-Score

Um die Social Media-Aktivitäten unserer Kunden bestmöglich miteinander zu vergleichen, haben wir zunächst relevante Daten wie Veröffentlichungszeitpunkt, Wochentag, Reichweite und Interaktionsrate der einzelnen Posts gesammelt. 

Um die Daten auch zwischen unterschiedlichen Kunden vergleichen zu können, nutzten wir zur Berechnung den Z-Score. Der gibt die Abweichung eines Werts vom Durchschnitt (Mittelwert) an, gemessen in Standardabweichungen. Ein positiver Z-Score zeigt, dass der Wert über dem Durchschnitt liegt, bei negativem Z-Score liegt er darunter. Unsere Kunden haben oft sehr unterschiedliche Voraussetzungen: Manche posten häufiger als andere und auch die Größe ihrer Zielgruppen variiert stark. Durch den Z-Score erkennen wir dennoch Tendenzen, welche Uhrzeiten und Wochentage besonders erfolgreich sind. 

Mit dieser Methode lassen sich datenbasierte Empfehlungen ableiten, die individuell auf die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt werden können. 

LinkedIn: Welcher ist der beste Tag zum Posten?

LinkedIn ist mit über 722 Millionen Usern die weltgrößte Business-Plattform. Auf LinkedIn findet vorrangig B2B-Kommunikation statt. Es erscheint nur logisch, dass sich Posts aufgrund der geringeren User-Aktivität am Wochenende kaum lohnen, richtig? Falsch!

Wir haben in unserer IAN Timing-Analyse 2024 den Samstag als klaren Favoriten identifiziert, gefolgt von Donnerstag und Mittwoch. Auch bei der Interaktionsrate punktet der Samstag mit dem besten Z-Score aller Wochentage.

Wie kann das sein? Zwar nutzen weniger User am Wochenende LinkedIn, doch es werden auch weniger Posts veröffentlicht, die Konkurrenz ist also bedeutend kleiner. Nutzen Sie diese Chance. Je weniger Posts aktive User:innen am Wochenende in ihrem Feed haben, desto höher ist der Anteil an Beiträgen, mit denen sie interagieren.

Unsere Analyse sowie etliche Wochenend-Tests zeigen, dass sich LinkedIn-Posts am Wochenende, vor allem am Samstag, auszahlen können.

Z-Scores der Reichweite aller untersuchten Kanäle (nach Wochentagen)

Z-Scores der Interaktionsrate aller untersuchten Kanäle (nach Wochentagen)

Algorithmus entschlüsselt, Schnatz gefangen? Das wäre zu einfach. Posts am Wochenende sind weder Erfolgsgarant noch verschwendete Liebesmühe. Eine Chance sollten Sie dem Wochenende auf jeden Fall geben. Samstag hui, Sonntag pfui? Auch das würden wir nie so pauschal behaupten. Einige der von uns analysierten Accounts wiesen am Samstag sogar den niedrigsten Z-Score auf, während der Sonntag bei vereinzelten Accounts wiederum der drittstärkste Tag der Woche war. 

Z-Score der Reichweite nach Wochentagen (anonymisierter nutshell-Kunde)

Allgemeingültige Dos und Don'ts sind also fehlleitend. Es gibt eben keine „One-Size-Fits-All“-Lösung für den besten Post-Tag. Die Antwort, welcher Tag der „richtige“ für einen LinkedIn-Post ist, lautet: Um das für Ihren Kanal herauszufinden, empfehlen wir eine individuelle Analyse.

Denn: Jeder Kanal hat andere Follower:innen und Zielgruppen. Der Algorithmus passt sich dem Verhalten dieser Nutzer an. Bei der Analyse aller Kanäle auf LinkedIn gäbe es zwangsläufig einen Gewinner-Tag mit der durchschnittlich höchsten Reichweite. Von Kanal zu Kanal gäbe es aufgrund der unterschiedlichen Zielgruppen dennoch teils erhebliche Unterschiede.

Welcher Tag verspricht wohl die höchste Reichweite für das israelische Software-Unternehmen „monday“? Welchen Tag sollte wohl die Londoner Marketing-Agentur „Wednesday“ ins Auge fassen? Wann könnte sich ein Post der Berliner Versicherungsfirma „FRIDAY Insurance“ besonders lohnen? Wir wissen es (noch) nicht. Daher lohnt sich eine maßgeschneiderte Account-Analyse. Sollten Sie dabei Hilfe benötigen, nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf.

Wann ist die beste Zeit für LinkedIn-Posts?

Unsere Analyse befasst sich mit den Wochentagen. Nun hat jeder Tag bekanntlich 24 Stunden und jeder dieser Stunden 60 Minuten. Und jede dieser Minuten …

So eine Woche bietet Ihnen 604.800 Sekunden, in denen Sie auf “Posten” klicken könnten. Stellen Sie sich vor, ein Bombenentschärfer hätte nicht einen blauen und einen roten Draht, sondern 604.800 verschiedene Drähte.

Eines ist klar: Egal ist der Zeitpunkt eines Posts nicht. Laut dem LinkedIn-Experten Richard van der Blom sind die ersten zwei Stunden nach Veröffentlichung eines Posts entscheidend für die Reichweite. Je mehr User:innen innerhalb dieses Zeitraums interagieren, desto mehr Views erreicht der Post. Auch Interaktionen innerhalb der ersten 24 Stunden haben noch einen positiven Einfluss auf die Reichweite, jedoch keinen so starken mehr. Entscheidend für den Erfolg Ihres Posts ist also unter anderem die Uhrzeit. Und wann ist das nun genau? Unsere Analyse liefert spannende Ergebnisse:

  • Die besten Ergebnisse erzielten Posts am Nachmittag, besonders zwischen 15 und 17 Uhr. Veröffentlichungen im Zeitraum von 13 bis 15 Uhr zeigten eine überdurchschnittliche Reichweite sowie die höchste Interaktionsrate.
  • Auch Beiträge, die am frühen Morgen zwischen 7 und 9 Uhr veröffentlicht wurden, wiesen eine positive Tendenz auf.
  • Im Zeitraum zwischen 9 und 13 Uhr veröffentlichte Beiträge erzielten hingegen eine signifikant geringere Reichweite. Mutmaßlich werden in dieser Zeit die meisten Posts veröffentlicht, d. h. die Konkurrenz im Feed steigt. 

Z-Scores der Reichweite (nach Zeitfenstern)

An dieser Stelle möchten wir erneut vor Schwarz-Weiß-Denken warnen, denn auch hier handelt es sich um Durchschnittswerte von Kanälen mit verschiedenen Zielgruppen – und nicht jede Zielgruppe folgt denselben Mustern.

Ein Blick auf die individuellen Ergebnisse der einzelnen Unternehmen macht deutlich, dass es keine universelle Bestzeit für Social-Media-Posts gibt. 

Z-Scores der Interaktionsrate nach Zeitfenstern (anonymisierter Nutshell-Kunde)

Eine individuelle Analyse lohnt sich, denn Timing ist relativ und immer abhängig von Ihrer Zielgruppe. Wir glauben nicht an die perfekte Uhrzeit für LinkedIn-Posts. Morgens ist nicht immer gleich morgens. Ein europäischer Konzern sollte nicht zwangsläufig um 8 Uhr auf LinkedIn posten, wenn seine Kernzielgruppe in den USA noch schläft. 

Unternehmensseiten können ihre organischen Posts auch zielgruppenspezifisch anpassen. So können Sie Posts gezielt an Follower:innen mit bestimmten Attributen (wie Sprache, Region, Tätigkeitsbereich, Branche oder Karrierestufe) ausspielen. Beachten Sie: Posts mit organischem Targeting werden zwar nur an die gewünschte Followerschaft ausgespielt, in Ihrem Kanal-Feed tauchen dennoch alle Posts auf.

Organisches Targeting auf LinkedIn: So funktioniert’s

  1. Navigieren Sie zur Ansicht für Content-Admins
  2. Starten Sie Ihr Post-Setup via “Beitrag erstellen”
  3. Wählen Sie im Dropdownmenü unter Ihrem Accountnamen “Zielgruppe” anstatt “Alle”
  4. Wählen Sie Ihre Zielgruppe nach Belieben aus
  5. Speichern

Kann ich Beiträge auf LinkedIn vorplanen?

Sie grübeln nach diesem kleinen Exkurs in die Zeitmessung noch immer über mögliche LinkedIn-Posts am Wochenende? Wie sollen Sie Wochenend-Posts in den Arbeitsalltag integrieren?

Das Vorplanen von Beiträgen schafft Abhilfe. LinkedIn selbst bietet eine Plan-Funktion an. Bereiten Sie dafür wie gewohnt einen Beitrag vor, nur klicken Sie statt auf „Posten“ auf das Uhren-Symbol links daneben und legen Sie den Veröffentlichungszeitpunkt fest.

Wie oft sollte man auf LinkedIn posten?

Das Credo „Viel hilft viel“ ist glücklicherweise aus dem Social-Media-Kosmos verbannt. Zu viele Posts versalzen die Reichweite – oder so ähnlich. Aber wie viel ist viel? Und wie viel ist zu viel?

Für die Plattform LinkedIn gilt die Faustregel: nicht mehr als zwei Posts pro Tag, besser nur einen. Der LinkedIn-Algorithmus verteilt die Reichweite auf Ihre Beiträge. Der dritte Post des Tages beschneidet aller Voraussicht nach bereits die Reichweite Ihres ersten Updates an diesem Tag. Je mehr Beiträge Sie veröffentlichen, desto „geiziger“ wird LinkedIn mit der Gesamtreichweite.

Fazit: Die beste Zeit für LinkedIn-Posts

Der Goldene LinkedIn-Schnatz bleibt schwer greifbar, mit einem Nimbus 2000 haben Sie aber schon bessere Chancen. Immer noch keine Ahnung von Harry Potter? Der Nimbus 2000 ist unsere Timing-Analyse. Unser Fazit: Die allgemeingültige perfekte Zeit für LinkedIn-Posts gibt es nicht. Unsere Analyse zeigt dennoch wichtige Faktoren auf, die Ihnen dabei helfen, Ihren Posts die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sie verdienen:

  1. Führen Sie eine individuelle Kanal-Analyse durch. Gerne helfen wir Ihnen dabei. Zielgruppen sind verschieden und der Algorithmus passt sich dem Verhalten der Nutzer:innen an. Der vielversprechendste Tag für Ihren LinkedIn-Account kann auch der Sonntag sein.
  2. Geben Sie dem Wochenende eine Chance. Trotz des hohen Anteils an B2B-Kommunikation verkehren auf LinkedIn auch am Wochenende genügend aktive Nutzer:innen. Durch den vergleichsweise geringen Output von Unternehmensseiten haben diese Nutzer:innen aber weniger Posts in ihrem Feed. Probieren Sie es aus.
  3. Die beste Zeit für LinkedIn-Postings ist – unter Vorbehalt – am (frühen) Nachmittag, zwischen 13:00 und 17:00 Uhr. Auch hier lohnt sich aber eine individuelle Analyse, denn die ersten zwei Stunden nach Veröffentlichung sind entscheidend für die Reichweite.
  4. Überdrehen Sie nicht: Zwei Posts pro Tag sind das Maximum. Der dritte Post beschneidet bereits die Reichweite des ersten. Wir empfehlen einen Post pro Tag. 
  5. Nutzen Sie die Plan-Funktion von LinkedIn, um Inhalte gezielter zu platzieren. So können Sie auch ganz entspannt Posts für das Wochenende vorplanen. 

 

 

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